Kali – Die Göttin der Zerstörung

Persönliche und unpersönliche Wahrheit

Durch das Erwachen im Wahrheits-Bewusstsein, das Liebe ist, realisiert sich im Menschen seine wahre Berufung. Der Mensch erfüllt seine Aufgabe dasselbe im anderen zu erwecken. Ohne einen Gedanken an Erfolg, an den Tod oder an Verlust. Er dient der Auflösung (=Zerstörung) der Ich-Illusion, die aus Schmerz besteht. Weil er weiß, wer er ist, ist er ein heiliger Krieger, unbeirrbar, unbestechlich, unverletzbar. Er ist frei die R-EINE Wahrheit zu sprechen. Er spricht nicht als Person, weil er keine ist. Deshalb vertritt er keine persönliche Wahrheit. Wie das in der Welt so ist, stoßen auch die auf Liebe hinweisenden Worte manchmal auf Abwehr, Widerstand und Hass. Doch nur dann, wenn der jeweilige Mensch an seinem eigenen Ich-Verstand festgenagelt ist. In diesem schmerzlichen Fall nagelt er gern die ihm gegenüber stehende Verkörperung der Liebe ans Kreuz. Die Geschichte von Jesus und Judas ist dafür ein Gleichnis. Die Worte der EINEN, unpersönlichen Wahrheit, die Liebe ist, zerschellen am persönlichen ungeprüften und daher festgefahrenen Verstand. Hier ist die Liebe in sich selbst verraten, blind. Buddha, Konfuzius, Trismegistos, Laozi -all das sind Beispiele, dass es sich nicht um körperliche Personen handelt. Sie verkörpern die EINE Wahrheit oder den Willen zur Wahrheit wie beispielsweise Jeanne d’Arc oder Kali, die Göttin der Zerstörung. Der Zweifel kommt kurzzeitig über sie, doch die Rückkehr zur Hingabe an die Liebe geschieht sehr schnell. Der heilige Zorn der heiligen Kriegerin, die im Hinduismus die Göttin der Zerstörung genannt wird, ist frei von selbst-zerstörerischer Wut und daher frei von Verachtung für die Welt. Er ist die ausdrucksstarke Kraft der Wahrheit, die etwas anderes hervorbringen WILL als die Illusion, in der die meisten leben, und in der es nie wirklich komfortabel ist, weil sie aus der schmerzlichen Angst besteht, die fortgesetzt Trennung und blinde schmerzliche Wut produziert. Ihre Worte sind das heilige Schwert, das diese Illusion abtrennen kann, wenn sich derjenige dafür öffnet, indem er sein eigenes Denken und Bewerten einmal beiseite lässt und wirklich zuhört. Diese Kraft ist auch in der Welt und es ist genau DIE Kraft, die nichts will als sich selbst begegnen. Sie zieht sich nicht zurück, wenn sie auf verschlossene Türen trifft, weil sie immer hier ist. Es ist exakt die Kraft, die die Welt im Gleichgewicht hält, die durch verschlossene Türen kommt und die Welt im Geheimen vor dem Unter-Gang bewahrt. Die Kraft der wahren Liebe ist kompromisslos, radikal, unnachgiebig, unpersönlich und daher göttlich. Sie ist sanft und voller Mitgefühl zugleich. Wer SIE verkörpert schmeichelt und verdreht sich nicht, um das eigene Wohl zu retten. Das heißt sie produziert keine weitere Trennung. Sie erfüllt ihre heilsame Aufgabe als heilige Zerstörerin (der Illusion). In diesem außer-gewöhnlichen Zustand ist IHR der Unterschied zwischen Illusion (Schmerz = Gefängnis der Angst, Blindheit) und Wirklichkeit (Freiheit) klar. Die Welt ist ein wunderbarer Platz in Liebe selbst zu erwachen. Dieses Erwachen wird von IHR unterstützt. Wer sich vor den Kopf gestoßen fühlt, hält an der Trennung fest und damit an der Illusion und das ist fortgesetzt Leiden.

Kali

Im Gegensatz zu den falschen Göttern, die die Medizin, Wissenschaft, Politik, Therapie und die spirituelle Szene beherrschen und diejenigen, die die Welt retten wollen, weil sie die eigenen Angst-Gedanken nicht überprüft haben, was fortgesetzt Trennung und schmerzliche Selbst-Zerstörung ist, schwingt Kali machtvoll das Schwert der Liebe. Das Dunkle symbolisiert hier nicht etwas Bedrohliches oder Negatives. Es ist eher ein Hinweis auf die Un-Persönlichkeit. Ihre göttliche Aufgabe ist es die fälschlicherweise angenommene Körper-Identität und damit die schmerzliche Illusion der Angst zu zerstören, so dass das Neue, die Wirklichkeit, die Liebe ist, im Gegenüber auferstehen kann. Die Illusion WILL zerstört werden. Es ist der Wille der Schöpfung, die der Geist Gottes ist. So ist es. Die Un-Personen verkörpern das offen pulsierende Herz des Seins. Sie handeln aus und für die Liebe. Sie verkörpern das Herz, nicht ihre Gedanken, denn diese sind im Einklang mit dem Herz.

Männliche und weibliche Kraft

Zu den menschlichen Machthabern dieser Welt gehören sowohl Männer als Frauen. Es ist das männlich-aggressive Prinzip des Seins, dass an seiner körperlichen Selbsterhaltung interessiert ist. Identifiziert mit ihren ungeprüften Überzeugungen verkaufen sie sich aus Mangel an Liebe selbst. Sie verkörpern die schmerzliche Selbst-Zerstörung. Das ist wie es sein soll. Ohne das-keine Welt. Um in der Wirklichkeit zu erwachen, braucht es zunächst die schmerzliche Illusion, die die Welt ist. Die Göttin der Zerstörung ist eine weibliche Kraft. Sie ist die unpersönliche Kraft des uneigennützigen Denkens und Handelns. Sowohl Männer als auch Frauen erlangen diese Kraft durch das erwachte Bewusstsein. In diesem Fall sind sie Seher/innen. Die eigene Ich-Blindheit ist belichtet.