Polarität – Dualität – Nichtdualität

 Eine außergewöhnliche Er-Klärung aus dem selbst realisierten nicht-dualen Bewusstsein

Die Welt – Spiegel unseres Denkens

Die Polarität des körperlichen Lebens

Als das eine Ur-Teil ist der Mensch körperlich identifiziert und daher von seiner (geistigen) NATUR getrennt. Durch die daran gekoppelte Trennungs-Angst ist er spannungsgeladen, polarisiert. In diesem Zustand ist er mit weiteren, von außen aufgegriffenen, Urteilen identifiziert. Sein Verstand spaltet und polarisiert automatisch weiter. In der ersten und einen Generation der Trennung ist er unbewusst in die Spalte der Dunkelheit seines wahren geistigen Seins gefallen. Es ist der Fall des EINEN Geistes SEINEN körperlichen Spiegel, wo DAS ewige LICHT gedanklich ausgeblendet ist. Es ist unbewusst, doch nicht verloren. Hier und jetzt erscheint der eine Mensch in der Dunkelheit seines Körper-seins vor dem Hintergrund des Wechsels von physischem Licht und Dunkelheit polarisiert als Mann und Frau und mit ihm die ganze polarisierte und weiter polarisierende Menschheit. Es erscheint die polarisierte die Erde und das Weltall. Es ist die Geburt der polarisierten Überzeugungen, die sich sowohl in bzw. als Politik, Wissenschaft, Religion, Medizin, in Philosophie, Spiritualität und Esoterik widerspiegeln als auch in der materiellen Teilchen-Welt, die in positiv und negativ geladene Teilchen und in Neutronen bis hin zu den hypothetischen Neutralinos aufgespalten ist. Jeder Gedanke, jedes Teilchen besitzt ein Gegenteil. Ihr Urgrund ist das neutrale, absolute geistige LICHT.

Im Spiegelkabinett, das die Welt ist, ist der Mensch jeweils das Eine und die außerhalb von ihm erscheinende Welt in ihrer Vielfältigkeit das Zweite. Als ängstlicher körperlicher Mensch trennt er hier automatisch zwischen Leben und Tod, Verstand und Körper, zwischen Gesundheit und Krankheit, Krieg und Frieden, Freiheit und Sicherheit. Er trennt zwischen organischem Leben und anorganischer Materie. Er trennt zwischen Himmel und Erde, oben und unten, nord und süd, links und rechts, Ost und West usw.. Alle Pole bedingen sich gegenseitig. Das eine existiert nicht ohne das andere. Die absolute Gleichwertigkeit der Pole bedeutet, dass sich die Welt im Gleichgewicht befindet. Als der Spiegel SEINER vollkommenen Lebendigkeit ist sie unzerstörbar. Das körperliche Leben im Spiegel ist unendlich. Es bewegt sich im Kreislauf in Raum und Zeit.

Ist die Gleichwertigkeit der Gegensätze nicht anerkannt, und das ist durch die Angst vor dem Tod nicht leicht, hat der Mensch sein Gleichgewicht verloren. Er agiert in einer schmerzlichen Dualität. Weil er auf das körperliche Überleben ausgerichtet ist, liegt er schief im Denken und muss leiden. Sein Verstand ur-teilt im Sinne des eigenen Überlebens. Er trennt zwischen dem, was ihm nützt oder schadet, was für ihn selbst gut oder schlecht, richtig oder falsch, positiv oder negativ ist. Er trennt zwischen intelligent und dumm, Erfolg und Versagen, plus und minus, mehr und weniger, leicht und schwer, Schuld und Unschuld, zwischen Opfer und Täter usw.. Die sich wiederholenden Urteile erscheinen vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von allem. Ohne ihre Umkehrungen zu beachten befeuern sie fortgesetzt die schmerzliche Dualität des körperlichen Lebens. Diese Schwingung im Spiegelkabinett ist atonal, schräg. Ohne die Integration der Umkehrungen im Bewusstsein gibt es für den einzelnen Menschen keinen dauerhaften Frieden.

So wie es in der Materie positiv und negativ geladene Teilchen gibt, hat jedes konkrete Urteil eine Umkehrung. Der EINE Geist des Friedens existiert zwischen den Gegensätzen. Die Gegensätze im Bewusstsein zu integrieren ist Schmerz lösend. Das ist die Rückführung des urteilenden Menschen in die Nichtdualität, die EINHEIT. Die wirksame Kraft des Einsseins offenbart sich als ein mysteriöser, beständiger innerer Frieden.

Krieg im Spiegelkabinett, das die Welt ist

Die fortgesetzte Bewertung der Polarisierung erschafft einen spannungs-geladenen Körper, der durch die schmerzliche Wirkung der Trennungs-Angst einem Selbst-Zerstörungsprozess bis zum Tod unterworfen ist. Was nicht wirklich, sondern nur gedanklich existiert, SOLL wieder zerstört werden. Die Selbst-Zerstörung ist nicht zu stoppen. Ihre Bilder erscheinen in bzw. als die äußere Welt, so dass wir uns darin erkennen können. Statt die Projektion und die Umkehr anzuerkennen und in der geistigen Klarheit zu erwachen und dadurch den heilsamen Frieden zu finden, führen wir jedoch Krieg gegen die unerkannten schmerzlichen Projektionen. Für Frieden ziehen wir in den Krieg. Das ist Krieg ohne Ende. Frieden und Freiheit sind Illusionen in der Welt.

Der Mensch sucht außerhalb von sich selbst nach Ursachen der Zerstörung. Er sucht nach dem Ursprung von allem. Mit dem Verstand kann er die Wahrheit jedoch nicht finden, weil dieser selbst die Ursache von allem ist. Doch das wird erst durch Erwachen im Bewusstsein selbst klar. Durch den Prozess der Anerkennung der Gleichwertigkeit (Spiegelung) findet der Mensch ihn in SICH SELBST. In diesem Zustand der Klarheit offenbart er sich als ein lichtes Wesen (=kein Körper). Wie DAS im Einzelfall aussieht kann niemand wissen bevor er nicht bewusst EINS ist.

Ohne die Offenbarung seines lichten Wesens ist der körperliche Mensch ein freies Radikal, das gewaltig nach Vereinigung strebt und gegen andere prallt. Durch die subjektiv verdrehte Sicht erkennt er nicht den absoluten EINEN Geist der Vollkommenheit, der all das bewirkt. Er weiss nicht, dass die stets polarisierte Welt durch seinen Verstand selbst in positive (mag Ich) und negative (mag Ich nicht) Teilchen gedanklich aufgespalten ist. Er erkennt nicht den Ur-Sprung der Welt in sich.

Das mysteriöse Nichts

Die Anerkennung der Spiegelung überwindet die Trennung. Der Ur-SPRUNG wird bewusst. Hier ist klar, jeder einzelne ur-teilende Gedanke und sein Gegenteil ist richtig, weil sie alle eine Reflexion des GANZEN sind. Jeder Gedanke ist eine spontane Reflexion oder Spiegel des Lebens. Er ist gleichermaßen Ursprung, Nahrung und Beweis der Allgegenwärtigkeit des ewigen Geistes. Durch die Anerkennung der grundsätzlichen Richtigkeit werden schmerzliche Einzel-Urteile im Menschen außer Kraft gesetzt. Was sich schmerzlich hervorhebt, kehrt zur Nichtigkeit zurück. Der Mensch, der glaubt, was er denkt, hat die Umkehrungen ignoriert, die ebenso wahr sind. Wird die schmerzliche Ladung als Hinweis zur Erinnerung der Richtigkeit anerkannt, findet Entspannung statt. Der Mensch ist vom Schmerz besetzten Ur-Teil „Ich“ geheilt. Hier lichtet sich der (kosmische) Nebel des alles verdrehenden Verstandes.

Im Wahrheits-Bewusstsein offenbart die Wirklichkeit ihren strahlenden Glanz durch vollkommene Richtigkeit. Gutsein. Göttliche Perfektion. In den Augen. In den Ohren. Im Geschmack. Im Geruch. Alles ist Berührung. Rührung. Bewegtsein. Scheinbar äußere Ereignisse sind Reflexionen innerer Lebendigkeit. EINS. DAS ist nichts, was der denkende Verstand erfassen kann. ES ist das Ergebnis der strahlenden Intelligenz des (nichtdualen) Bewusstseins, das alle Gedanken als Effekte SEINER Lebendigkeit enthält. Hier BIN ICH die MUTTER, die all ihre Kinder liebt oder in der christlichen Terminologie der „Sohn Gottes“. ICH BIN als bewusster Mensch in Kontakt mit dem göttlichen Gen. EINS.

Die Anerkennung der absoluten Richtigkeit der Schöpfung ist gleichermaßen die Erkenntnis der Großartigkeit der körperlichen Nichtigkeit. Das Wunder der Schöpfung ist diese Offenbarung. Das ist die Offenbarung, dass der Trennungs-Gedanke „Ich“ eine Illusion ist. Für die Verwirklichung des Einklanges mit der Schöpfung ist keine Religion notwendig, kein Doktortitel. Es ist kein Glaubens- oder Lernprozess. Die Offenbarung des NICHTS geschieht von selbst durch den Willen zur Umkehr in die Gleichwertigkeit.

Der Umkehrkurs

Kali – Die Göttin der Zerstörung

Persönliche und unpersönliche Wahrheit

Durch das Erwachen im Wahrheits-Bewusstsein, das Liebe ist, realisiert sich im Menschen seine wahre Berufung. Der Mensch erfüllt seine Aufgabe dasselbe im anderen zu erwecken. Ohne einen Gedanken an Erfolg, an den Tod oder an Verlust. Er dient der Auflösung (=Zerstörung) der Ich-Illusion, die aus Schmerz besteht. Weil er weiß, wer er ist, ist er ein heiliger Krieger, unbeirrbar, unbestechlich, unverletzbar. Er ist frei die R-EINE Wahrheit zu sprechen. Er spricht nicht als Person, weil er keine ist. Deshalb vertritt er keine persönliche Wahrheit. Wie das in der Welt so ist, stoßen auch die auf Liebe hinweisenden Worte manchmal auf Abwehr, Widerstand und Hass. Doch nur dann, wenn der jeweilige Mensch an seinem eigenen Ich-Verstand festgenagelt ist. In diesem schmerzlichen Fall nagelt er gern die ihm gegenüber stehende Verkörperung der Liebe ans Kreuz. Die Geschichte von Jesus und Judas ist dafür ein Gleichnis. Die Worte der EINEN, unpersönlichen Wahrheit, die Liebe ist, zerschellen am persönlichen ungeprüften und daher festgefahrenen Verstand. Hier ist die Liebe in sich selbst verraten, blind. Buddha, Konfuzius, Trismegistos, Laozi -all das sind Beispiele, dass es sich nicht um körperliche Personen handelt. Sie verkörpern die EINE Wahrheit oder den Willen zur Wahrheit wie beispielsweise Jeanne d’Arc oder Kali, die Göttin der Zerstörung. Der Zweifel kommt kurzzeitig über sie, doch die Rückkehr zur Hingabe an die Liebe geschieht sehr schnell. Der heilige Zorn der heiligen Kriegerin, die im Hinduismus die Göttin der Zerstörung genannt wird, ist frei von selbst-zerstörerischer Wut und daher frei von Verachtung für die Welt. Er ist die ausdrucksstarke Kraft der Wahrheit, die etwas anderes hervorbringen WILL als die Illusion, in der die meisten leben, und in der es nie wirklich komfortabel ist, weil sie aus der schmerzlichen Angst besteht, die fortgesetzt Trennung und blinde schmerzliche Wut produziert. Ihre Worte sind das heilige Schwert, das diese Illusion abtrennen kann, wenn sich derjenige dafür öffnet, indem er sein eigenes Denken und Bewerten einmal beiseite lässt und wirklich zuhört. Diese Kraft ist auch in der Welt und es ist genau DIE Kraft, die nichts will als sich selbst begegnen. Sie zieht sich nicht zurück, wenn sie auf verschlossene Türen trifft, weil sie immer hier ist. Es ist exakt die Kraft, die die Welt im Gleichgewicht hält, die durch verschlossene Türen kommt und die Welt im Geheimen vor dem Unter-Gang bewahrt. Die Kraft der wahren Liebe ist kompromisslos, radikal, unnachgiebig, unpersönlich und daher göttlich. Sie ist sanft und voller Mitgefühl zugleich. Wer SIE verkörpert schmeichelt und verdreht sich nicht, um das eigene Wohl zu retten. Das heißt sie produziert keine weitere Trennung. Sie erfüllt ihre heilsame Aufgabe als heilige Zerstörerin (der Illusion). In diesem außer-gewöhnlichen Zustand ist IHR der Unterschied zwischen Illusion (Schmerz = Gefängnis der Angst, Blindheit) und Wirklichkeit (Freiheit) klar. Die Welt ist ein wunderbarer Platz in Liebe selbst zu erwachen. Dieses Erwachen wird von IHR unterstützt. Wer sich vor den Kopf gestoßen fühlt, hält an der Trennung fest und damit an der Illusion und das ist fortgesetzt Leiden.

Kali

Im Gegensatz zu den falschen Göttern, die die Medizin, Wissenschaft, Politik, Therapie und die spirituelle Szene beherrschen und diejenigen, die die Welt retten wollen, weil sie die eigenen Angst-Gedanken nicht überprüft haben, was fortgesetzt Trennung und schmerzliche Selbst-Zerstörung ist, schwingt Kali machtvoll das Schwert der Liebe. Das Dunkle symbolisiert hier nicht etwas Bedrohliches oder Negatives. Es ist eher ein Hinweis auf die Un-Persönlichkeit. Ihre göttliche Aufgabe ist es die fälschlicherweise angenommene Körper-Identität und damit die schmerzliche Illusion der Angst zu zerstören, so dass das Neue, die Wirklichkeit, die Liebe ist, im Gegenüber auferstehen kann. Die Illusion WILL zerstört werden. Es ist der Wille der Schöpfung, die der Geist Gottes ist. So ist es. Die Un-Personen verkörpern das offen pulsierende Herz des Seins. Sie handeln aus und für die Liebe. Sie verkörpern das Herz, nicht ihre Gedanken, denn diese sind im Einklang mit dem Herz.

Männliche und weibliche Kraft

Zu den menschlichen Machthabern dieser Welt gehören sowohl Männer als Frauen. Es ist das männlich-aggressive Prinzip des Seins, dass an seiner körperlichen Selbsterhaltung interessiert ist. Identifiziert mit ihren ungeprüften Überzeugungen verkaufen sie sich aus Mangel an Liebe selbst. Sie verkörpern die schmerzliche Selbst-Zerstörung. Das ist wie es sein soll. Ohne das-keine Welt. Um in der Wirklichkeit zu erwachen, braucht es zunächst die schmerzliche Illusion, die die Welt ist. Die Göttin der Zerstörung ist eine weibliche Kraft. Sie ist die unpersönliche Kraft des uneigennützigen Denkens und Handelns. Sowohl Männer als auch Frauen erlangen diese Kraft durch das erwachte Bewusstsein. In diesem Fall sind sie Seher/innen. Die eigene Ich-Blindheit ist belichtet.

Das Geheimnis von The Work of Byron Katie

Viele Wege führen nach Rom – Ist das wahr?

Die verzweifelte Suche

Die Überprüfung von Angstgedanken, die unser glückliches Leben oft ruinieren, Krankheit oder psychisches Leiden erzeugen können, durch 4 einfache Fragen ist in der Welt als „The Work of Byron Katie“ bekannt. Dies ist keine Methode, kein Weg, um irgendetwas zu erreichen, wie zum Beispiel Heilung, Selbsterkenntnis, Erfolg, Erleuchtung, Liebe, Freiheit, Harmonie, Frieden, usw.. Der Glaube etwas tun zu können, um… gehört zum normalen weltlichen Denken, das auf der Vorstellung beruht, dass etwas mit sich selbst, den Anderen und/oder der Welt nicht in Ordnung, falsch, schlecht, furchtbar oder schrecklich ist und dass wir etwas tun können, um uns selbst, den Körper, das Leben oder andere Menschen zum Besseren hin zu verändern. Diese auf die Zukunft gerichteten Gedanken, machen den jeweiligen Menschen un-entwegt zum Sucher. Das ist zunächst richtig, weil es so ist. In diesem Hereinfall auf die Suche ignorieren wir jedoch unbewusst, dass das, was hier und jetzt ist, richtig, gut und wertvoll ist. In diesem Fall der unbewussten Ignoranz wandern unsere schmerzlichen Angst-Gedanken auf all unseren Wegen chrono-logisch durch Raum und Zeit mit. Wir wandern durch Heilungs-Angebote, suchen unser Heil innerhalb von Paar-, Familien-, Gruppenbildung und/oder im Erfolg. Die Ursache unseres Schmerzes, der sich als Hysterie, Panik, Wut, Angst, Traurigkeit bis hin zur Depression äußern kann, suchen wir in der Kindheit, bei Eltern, Lehrern und anderen Ereignissen. Der Wunsch nach Versöhnung, Heilung und Frieden treibt uns an. Hier ist übersehen, dass all das in uns bereits existiert. Als Wissenschaftler wandern wir gedanklich durch den Mikro- und Makro-Kosmos und suchen weit weg von uns selbst den Ursprung von allem. Ohne die Überprüfung unserer ursprünglich eingeprägten Angst-Gedanken sind wir blind in Bezug auf die Wahrheit unseres wundervollen Seins.

Die Untersuchung

Wer bei seiner Suche bei der Gedankenüberprüfung ankommt, ist hier und jetzt angekommen. In dieser einfachen Verfahrensweise begegnen wir dem Ausgangs- und dem Endpunkt der Suche zugleich. Die schmerzlichen Gedanken sind ein Stopp-Signal für alle Wege und gleichermaßen ein dringlicher Hinweis (Wecker) diese zu überprüfen, um selbst zu sehen was wahr ist und was nicht. In diesem Fall erwacht das Wahrheits-Bewusstsein im jeweiligen Menschen. Anstelle der äußeren Suche sich aus Liebe zur Wahrheit für die Untersuchung des Verstandes zu entscheiden ist der entscheidende Schritt, der die Erlösung vom Leiden bewirkt. Versöhnung, Liebe, Heilsein sind Offenbarungen des Wahrheits-Bewusstseins. Man kann sie nicht erreichen.

Die Suche verhindert das intelligente Sehen

Im Prozess der Selbst-Befragung, was „The Work“ ist, geschieht schon die erste Überraschung: Die so hoffnungsvoll auf die Zukunft gerichteten Gedanken sind nachgeplappert, von anderen ungeprüft übernommen und das von Generation zu Generation. Werden nun diese mit Angst-Energie geladenen Gedanken in nur 6 Sätzen formuliert und in einen Fragebogen eingetragen, ist das wie Gedankenanhalten. Nun können diese hier und jetzt überprüft werden. Das ist intelligentes Sehen statt denken und suchen. Nichtstun. Kein Weg mehr, um etwas zu erreichen. In dem hier und jetzt erwachenden Wahrheits-Bewusstsein löst sich jede Leidensgeschichte auf. Wer jedoch weiter auf ein bestimmtes Ergebnis hofft oder weil er nicht bereit ist seine im bzw. als Verstand eingeprägten kindlichen Wahrheiten loszulassen,wird früher oder später damit aufhören, weil er nicht bekommt, was er sich wünscht. Er wird sich anderen Wegen zuwenden. Er wendet sich ab. Wir wenden uns immer ab, wenn unsere Vorstellung nicht erfüllt ist. Dies ist der Kreislauf der unbewussten gedanklichen Wege-der Lauf des Leidens. Weil der Mensch allen möglichen Versuchungen unterliegt, um sich besser zu fühlen, weil es angeblich hier und jetzt schrecklich ist, wachsen auf diesem Missverständnis unzählige viel-versprechende Wege, die auf Liebe, Heilung oder auf Glücklichsein ausgerichtet sind.

Unglaublich aber wahr

In der Ausrichtung nach innen finden wir jedoch nicht nur die Ursache von Schmerz, was im selben Moment seine Auflösung bedeutet. (Es sei denn, derjenige will an seiner Kinder-Geschichte festhalten, die er für die Wahrheit hält). Hier offenbart sich auch der Ursprung der Menschheit mit all ihren Errungenschaften und ihrem Zerstörungswahn. Hier finden wir den Ursprung der Erde, des Sonnen-Systems, ja des gesamten Universums. Doch das wird erst durch das Erwachen im Bewusstsein selbst klar.

Nur der Wille in Wahrheit zu sein heilt

Der Prozess der Überprüfung unserer Angst-Gedanken lässt sich also nicht in die Reihe der Möglichkeiten und Versuchungen, um etwas zu erreichen, einordnen. Während Gesundheits-, Heilungs- oder spirituelle Konzepte die menschliche Ego-Struktur, das „Ich will“, „Ich brauche“ bedienen, also der menschlichen Bedürftigkeit Rechnung tragen und mit Hoffnungen locken, begegnen wir in der Gedanken-Untersuchung also einem ganz anderen Willen. Es ist der Wille in Wahrheit zu sein. Dieser Wille ist heilsam. Es ist Gnade, weil durch diesen Willen Befreiung vom Leiden von selbst geschieht. Das ist die Entlassung aus dem Gefängnis (der Angst). Die Tür zur Freiheit öffnet sich. Bleibt Heilung jedoch eine Zielstellung, wird wahre Heilung nicht geschehen. Was Ich haben will, wird sich entfernen. In der Bereitschaft von Wünschen und Hoffnungen loszulassen, sich der Hölle des Schmerzes hinzugeben, passiert das irrationale Heils-Ereignis. In demjenigen, der sich nicht weg und auf einem Weg bewegt, um etwas zu verändern, löst sich die Hölle auf. Liebendes Gewahrsein erscheint. Heilung, Frieden, Freiheit, Erleuchtung sind Begleit-Geschenke der Hingabe an das, was IST. Doch das ist nicht einmal das Wesentliche. Hier am Ende des Leidens offenbart sich das Mysterium der Schöpfung. Es ist etwas, was dem Verstand nicht zugänglich ist. ES IST ungetrügte Lebensfreude, strahlende Schönheit. SIE ist geistiger Natur.

Die Wahrheit befreit zum Selbst, was Liebe ist

The Work“ folgt einem meist unbekannten, geheimnisvollen Wissen. Wir haben das normaler-weise weder von unseren Eltern noch von Lehrern, Therapeuten oder anderen Menschen, die wir zur Autorität erklären, vermittelt bekommen: Schmerzliche Emotionen wie Angst (Schuld, Scham), Traurigkeit, Ärger, Wut, Zorn, Depression, Verletztsein usw. sind nicht falsch, schrecklich, negativ, schlecht oder gar böse. Sie sind richtig und müssen deshalb weder verändert, geheilt oder therapiert werden. Sie sind nichts als Wecksignale, dringliche Hinweise den eigenen Verstand zu überprüfen, der sie erzeugt. Schmerz ist ein Indiz, dass wir in einer Lüge leben und die Wahrheit nicht sehen. Lügen tun weh. Die Wahrheit befreit. Diesem heilsamen Pfad in Eigenverantwortung zu folgen, statt nach Heilung zu suchen oder andere abzulehnen, zu heilen, zu therapieren oder ändern wollen, wenn sie diese Gefühle haben oder wenn sie diese in uns auslösen, das ist der erste wesentliche Schritt ins erwachsene Leben. Ich nenne es die Offenbarung des Wunderbaren SELBST, das Liebe ist. Hier und jetzt ist das Tun von Liebe durchdrungen. Wir leben und arbeiten nicht, weil wir bedürftig sind oder weil wir es müssen. Der Mensch ist frei durch Liebe. Er lebt im Einklang mit dem WuWe, der Lebenskunst des Tao.

 Mehr lesen? https://www.sein.de/brandenburg/geheimnisvolle-gespraeche-im-seddiner-wald/


Die ultimative Befreiung

Erschienen im Sein-Berlin Juni 2017

Die ultimative Befreiung: Erwachen in der Wirklichkeit

Gefangensein heißt, sich in kollektive und individuelle Glaubenssätze verstrickt zu haben. Glaubenssätze, die wir für die Wahrheit halten. Sich auf den Weg in die Freiheit zu machen, bedeutet, all diese inneren Koordinaten, nach denen wir uns täglich richten, als Lügen zu demaskieren. Es ist der Weg ins Erwachsensein und oft ein einsamer Weg, denn die meisten Menschen wollen gar nicht in der Wahrheit erwachen, sondern noch Kinder bleiben und weiterschlafen. Wie es der Dichter Christian Morgenstern formulierte: Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

Von Karina Gerlach

Der Glaube, dass ich ein Körper und damit eine von anderen und/oder von Gott getrennte Person bin, wird kontinuierlich von Generation zu Generation übertragen. Es ist eine sich ständig fortsetzende Trennung (vom Einssein) durch den nicht selbst überprüften Ur-Glauben „Ich“. So entsteht die „Fortpflanzung“ grundlegender Unwissenheit über die Wahrheit des Lebens von Mensch zu Mensch. Die Anhaftung an diesem ursprünglich eingeprägten Ich-Gedanken erzeugt eine körperliche Bindung, die Körper-Identität, die wiederum die Angst vor dem Tod erzeugt, den wir, weil wir uns für den Körper halten, als Nichtexistenz verstehen. In dieser spannungs-geladenen Körperfixierung ist der Mensch verblendet. Er ist blind in Bezug auf die Wahrheit, die Gott oder All-Bewusstsein ist. Er ist bedürftig, zweifelnd, angst-aggressiv und sieht sich als Opfer.
Die grundsätzliche Angst vor dem Tod spiegelt sich im Grund-Gedanken „Etwas Schlimmes könnte passieren“ wider. Ohne das Wissen, dass dieser Satz Bestandteil der Ur-Religion „Ich“ und damit eine Lüge (Missverständnis) ist, werden die darauffolgenden Glaubenssätze wie zum Beispiel: „Ich brauche Schutz, Sicherheit, Liebe, Geborgenheit“, „Es ist möglich, etwas falsch zu machen“, „Angst wird als Selbstschutz gebraucht“, „Wut, Zorn, Trauer sind berechtigt“, „Trennung von geliebten Personen tut weh“, „Der Körper braucht Essen und Trinken, um am Leben zu bleiben“, „Wenn der Körper stirbt, BIN ICH nicht mehr hier“ oder auch „Ich brauche körperliche Berührung, sonst sterbe Ich“ als normal und wahr angenommen. In diesen ungeprüften Sätzen ist der Schmerz der kindlichen Konditionierung und Unwissenheit gebunden. Sie und alle anderen Sätze folgen der Ur-Religion „Ich“, die als solche nicht erkannt wird. Alle Sätze sind Bestandteil des unbewussten (schlafenden) Menschseins und die Ur-Sache für die Anhaftung am Materiellen, am Besitz. In dieser Anhaftung ist der Kinder-Mensch grundsätzlich abhängig, unfrei, bedürftig, traumatisiert. Er lebt im Traum und nicht in der Wirklichkeit. Die Menschheit kann allerdings nicht im Kollektiv erwachen (= erwachsen werden). Für den Weg ins Wahrheits-Bewusstsein ist jeder selbst verantwortlich. Im diesem Wahrheits-Bewusstsein zu leben, ist charakteristisch für den Erwachsenen.

Soziale Befreiung

Der Gedanke: „Etwas Schlimmes könnte passieren“ (mit meinem Haus, mit meinem Körper, mit anderen und/oder in der Welt) wird als wahr angenommen, weil alle schließlich dasselbe denken. Dass „die anderen“ jeweils Spiegel der eigenen ungeprüften Angstgedanken sind, wird ignoriert und übersehen. Entsprechend erscheint der daran gekoppelte Satz: „Ich brauche Sicherheit“ ebenfalls ganz normal und damit die Suche nach Geselligkeit, Liebe, Geborgenheit, Schutz usw. Wir sind doch soziale Wesen, sagt der un-erwachte Kinder-Mensch. So ist die Paar-, Familien,- Sippen- und Gruppen-Bildung, der kollektive Zusammenschluss in Friedens-Meditationen, wie auch der militärische Kampf gegen Terroristen ganz normal – sagt der Kinder-Mensch. Was hier fehlt, ist die wahre Bildung, die Ausbildung in der Wahrheit, was ICH wirklich BIN. In dieser Realisierung ist klar ersichtlich: Verschiedene Gruppierungen und Gesellschaften sind Ballungen zusammengehöriger Gedanken. Doch Gedanken kommen und gehen (50 pro Minunte) und ohne darauf einen Einfluss zu haben, hängen wir an bestimmten Gedanken dran. Das können morgen schon andere als heute sein. Hier begegnen wir der Ursache der menschlichen Unzuverlässigkeit und auch dem Grund, warum sich Partnerschaften, Kollektive und Gesellschaften verändern und verschieben. Nichts scheint inmitten der Identifikation mit bestimmten Gedankenkonstrukten wirklich stabil und sicher zu sein – und das macht immer wieder neu Angst. Der Mensch, der nicht weiß, wer er wirklich ist und auf jeden Gedankenzug aufspringt, ist stets Opfer der eigenen Unwissenheit, die Angst ist und ihn, um vermeintliche Sicherheit zu erreichen, immer wieder neu mit anderen zusammentreibt. Hier wird vergessen: Nur Lügen erzeugen Angst, und wo Angst ist, weist das auf eine Lüge hin.
Im Wahrheits-Bewusstsein geschieht Befreiung von der Wir-Trance. In Kontakt mit dem Ur-Vertrauen ins Leben, dass das, was ist, immer richtig und gut ist, ist der Mensch frei. Die Falle der auf Schein-Sicherheit ausgerichteten Sozialisierung schnappt nicht mehr zu. Die wirkliche Individuation, der Austritt aus dem „Ich-brauche-Modus“, ist der Anfang der Leichtigkeit des Seins. Hier ist das Leben wahrlich ein göttliches Spiel. Durch Selbst-bewusst-Sein ist der Mensch aus sich selbst heraus glücklich. Weil er nicht den anderen für sein Glück braucht, steht seine Handlung im Dienst des Friedens und der Freiheit anderer.

Sexuelle Befreiung

Aber ist denn beispielsweise Sexualität nicht ein menschliches Bedürfnis? Nein! Unsere Bedürfnisse sind nur gelernt und Spiegel der Anhaftung an Gedanken, also Glaubenssätze. Mutter und Vater haben sich unbewusst selbst als sexuelle Wesen angenommen, weil sie es angesichts der Geschlechter-Trennung nicht anders kennen. Sie sind auf den angstbesetzten Trennungs-Gedanken „Ich“ hereingefallen. Das erzeugt einen spannungsgeladenen Körper, der sich zu anderen spannungsgeladenen Körpern hingezogen fühlt, in Erwartung der erlösenden Entladung. Manchmal nennen wir das „Seelenpartner“ oder gar „Liebe“. Doch wir sind Opfer unserer unbewussten Sexualisierung (= Trennung, Polarisierung), die uns zueinander treibt. Das Verlangen nach Einssein und nach der eigenen Unschuld, die das neue Kind erst einmal spiegelt, ist groß. Hier zeigt sich der unbewusste Trieb als Lust. Das erhält eine sexuelle Welt. Ohne den Kontakt zur inneren Liebe ist das aber auch bei beidseitiger sexueller Einigung eine Vergewaltigung (der inneren Liebe). Im Zustand, in dem die innere Liebe, die Gott ist, ignoriert (abgespalten) ist, sind Kinder von Anfang an sexualisiert und ein Produkt des eigenen durch Angst bedingten Leidens. Die Sexualisierung ist auch der Grund, warum unser „Liebesleben“ oft im Desaster endet. Die daran geknüpften Erwartungen werden nicht erfüllt und das ist enttäuschend.
Kann man dem entkommen? Der Mensch hält normalerweise dem tierischen Trieb der Lust nicht stand. Ist ein Kind nicht gewollt, bleibt der Zwang, die Lust zu befriedigen und der Griff nach Verhütungsmitteln. Für den, der den wesentlichen ersten Schritt in die Wahrheit, die Liebe ist, verpasst oder kein Interesse an diesem Schritt hat, ist Sexualität, mit wem auch immer, nichts als unbewusste pubertäre Selbst-Penetration, ausgerichtet auf lustvolle Befriedigung (Erlösung), weil wir nicht über die Wahrheit solcher Begegnungen aufgeklärt sind. Wir agieren hier ein emotionales Hirngespinst aus, die ungeprüfte, spannungsgeladene Ich-Polarisierung. Was ist zu tun? Die Überprüfung und Erkenntnis der Wahrheit, die hinter dem oben genannten Gedanken „Ich brauche Sexualität“ steht, befähigt den Kinder-Menschen zum Sein, mit dem, was ist. Hier, wo der Wille aufgebracht wird, keine äußere Handlung zur Befreiung zu tun, findet Befreiung von sexuellen Nöten statt. Angekommen im Bewusstsein der inneren Liebe gibt es keine sexuelle Falle mehr, die zuschnappt. Ohne eine emotional-sexuelle Erregung dient ein Geschlechts-Kontakt nicht dem Wahnsinn orgiastischer Befriedigung. Was bleibt zwischen Mann und Frau, ist ein besonderes, jedoch keinesfalls überschätztes Liebes-Spiel.

Hunger – ist das wahr?

Durch den angenommenen (Angst erzeugenden) Trennungsgedanken „Ich“ bekommt der Mensch sein Körpergewicht. Das wird durch Gedankenüberprüfung klar. Angst macht zunächst den Körper und im selben Moment das Leben schwer. Sie zieht uns nach unten und wenn wir uns dann gegen die Schwerkraft auf der Erde bewegen, raubt das Energie, die wir durch Nahrung ausgleichen. Weil an den Glauben, ein körperliches Wesen zu sein, grundsätzlich Bedürftigkeit gekoppelt ist, die nicht als das Ur-Bedürfnis nach der Wahrheit erkannt ist, unterliegt der Mensch dem Drang nach körperlicher Selbsterhaltung durch Nahrungszufuhr. Wir nennen es „Hunger“. Ohne die Umkehr können wir nicht „über unseren Tellerrand hinausblicken“. Hier sind wir von dem überlieferten Gedanken: „Der Körper braucht Essen und Trinken, um am Leben zu bleiben“ unbewusst gesteuert.
Die Umkehr ins bewusste Sein bringt etwas ganz anderes zutage. Der Mensch ist in diesem Zustand hier und jetzt im Frieden. Er ist berührt, in Liebe mit DEM, was von außen durch die körperlichen Sinnesorgane zu ihm kommt. Die körperlichen Sinne sind offen. Diese Erfüllung des Seins, die reine Lebensfreude ist, ist in jedem Moment gegeben. Nun ist Essen und Trinken in diesem Zustand einfach ein weiterer Akt tiefer innerer Berührung. Hier ist klar, Liebe ist universelle Nahrung, macht „satt“. Für die Glückseligkeit wird keine bestimmte Nahrung benötigt. Der bewusste Mensch ist nicht in Not. Essen ist an dieser Stelle keine Ernährung, sondern Teil des Liebes-Spiels hier auf der Erde. Das dem Verstand nicht Zugängliche ist hier die Offenbarung eines liebenden Gewahrseins: Scheinbare physische Nahrung durchdringt einen scheinbaren Körper. Essen ist gut und Nicht-Essen macht nichts.
Durch Bewusstsein entpuppt sich die geballte Energie, die wir Angst nennen, als Liebe. Diese allgegenwärtige Kraft ist dem Energie-Erhaltungssatz unterworfen, dem Gesetz des ewigen Lebens. Es ist die Ur-Energie, die ohne Anfang und ohne Ende hier und jetzt im Menschen wirksam ist. Hier ist klar, dass der Körper keine eigenen Bedürfnisse hat. Er folgt dem Denken. Wird uns, die wir von Geburt an reine Liebe sind, der Glaube als Wahrheit vermittelt, dass wir physische Nahrung brauchen, kann der Körper in der Tat sterben, wenn physische Nahrung nicht verfügbar ist. Doch wir sterben nicht an physischem Nahrungsmangel, sondern an der Ignoranz der existenziellen Liebe. Hier durchdringt ein scheinbarer Tod einen scheinbaren Körper. Das ist das göttliche Spiel. Es kann hier und jetzt durch die Umkehr ins Wahrheitsbewusstsein durchschaut werden. Die konsequente Umkehr löst die unbewusst angenommenen Körperidentität durch Bewusstseins-Klarheit auf. Willkommen in der Freiheit deines Seins.

Interview zum Thema Nachhaltigkeit

Eine Neuerscheinung „Mensch und Bewusstsein“

Frans Prins schreibt Blog-Artikel für Lilli Green, Magazin und Shop für nachhaltiges Design, und stellt hier eine literarische Kostbarkeit vor. Im Januar 2017 sprach er mit Karin Karina Gerlach:

Frans Prins:
Die Autorin und spirituelle Lehrerin Karin Karina Gerlach hat mit ihrem neu erschienenen Gedichteband UNIVERS-UMKEHRGEDICHTE „Mensch und Bewusstsein“ etwas erschaffen, was der Nachhaltigkeit des ganz persönlichen Bewusstseins dient. Diese spirituell-poetische Neuschöpfung ist eine symbolistische Dichtung, die Klarheit im Denken bewirkt.

Karin Karina Gerlach erläutert:
Das wirkt sich nachhaltig auf den inneren Frieden und damit auf die eigene Gesundheit aus. Klarheit, was die eigenen Bedürfnisse betrifft, reduziert sowohl den unbewussten Raubbau am eigenen Körper als auch den Raubbau der Erde. Der dem unbewussten Menschsein immanente Selbst-Zerstörungs-Prozess des eigenen Körpers wird gestoppt. Sich selbst bewusst zu sein stabilisiert die Selbstheilungskraft des Körpers.

Frans Prins:
Du sagst, dass du dich einem einfachen Selbst-bewusst-seins-Prozess anvertraut hast. In seiner Folge geschah überraschend eine Regeneration (Heilung) des eigenen Körpers, gekoppelt an eine heilsame Erdverbundenheit. Ein durch falsches Denken und Verhalten gestörtes Körpersystem kommt durch bewusstes Sein in Balance.

Karin Karina Gerlach:
Ja. Durch die Klärung meines Ich-Verstandes bin ich in die natürliche Ordnung der Dinge hineingewachsen. Es ist wie ein Ankommen in der Zeitlosigkeit des Seins, in einer mystischen Stille, wo sowohl das eigene Verständnis über die Natur, die Erde, über Tiere, Pflanzen und Menschen als auch das persönliche „Ich will, Ich brauche“ seine Bedeutung verloren hat. Weil ich einen Zeitablauf nicht mehr sehen kann, bin ich selbst zeitlos. Durch die angenehme Achtsamkeit meiner selbst nehme ich eine erstaunliche Selbstregenerationskraft der Erde wahr, so dass es leicht ist im Einklang mit der Natur zu leben und sanft mit den Ressourcen umzugehen, weil ich ansonsten mich selbst und das wunderbare lebendige Wesen, das die Erde ist, verletzen würde. Eine ökologische Konzeption, die oft mit Verzicht einhergeht, ist überflüssig.

Frans Prins:
Die Zeitlosigkeit des Seins wird von vielen spirituellen Praktiken, wie Yoga, Meditation oder gar Fasten angestrebt. Was genau ist damit gemeint?

Karin Karina Gerlach:
Selbst bewusst sein bedeutet im Einklang mit sich selbst und damit mit der äußeren Natur zu sein. Es ist die Umkehr vom Haben wollen zum Sein. Hier erübrigt es sich den persönlichen Alterungsprozess aufhalten zu wollen. Es ist eben der Einklang mit den Naturgesetzen ohne Gegenwehr. Hingabe an die Wirklichkeit, an die Schönheit des Seins, die immer perfekt ist. Es ist wohl auch das, worauf das chinesische Wu We hinweist: Absichtsloses Tun, ein Tun ohne den Anspruch der Verbesserung, weil das, was ist gut ist.

Frans Prins:
Wie können wir das selbst erfahren?

Karin Karina Gerlach:
Durch Sich-selbst-bewusst-sein. Das Wesen des Bewusstseins ist die Spiegelung. Ihre uneingeschränkte Anerkennung ist der heilige, heilsame Weg nach innen, auf dem sich der unbewusst eingeprägte Trennungs-Gedanke „Ich“ auflöst und Liebe erwacht. Die Separation und die daran gekoppelte körperliche Erscheinung ist das Ergebnis der Ignoranz der Spiegelung. Die Folge ist die an der Wurzel eines jeden Menschen sitzende Angst. Sie äußert sich als Existenzangst, Wut, Zorn, Frustration, Verletzt-Sein, Traurigkeit, Depression usw. Diese Emotionen sind nicht falsch, schlecht oder negativ. Sie müssen nicht verändert oder überwunden werden. Als wunderbare Achtungs-Signale sind sie Signale des Bewusstseins selbst, das den Menschen in die Wirklichkeit, die Liebe ist, zurück ruft.

Frans Prins:
Die spirituelle Poesie dieser Verse ist keineswegs romantisch, jedoch sehr berührend. Es wird etwas berührt, das in jedem von uns existiert. In diese grundsätzlich metaphorische Sprache sind Wortsymbolik, Tiersymbolik, Sprichwörter, Farbsymbolik, Eulenspiegeleien und scheinbar paradoxe Aussagen einbezogen. All das dient derselben Offenbarung des Bewusstseins im Leser, das auch Karina Gerlach in die Freiheit geführt hat.

Der Buchband UNIVERS-UMKEHRGEDICHTE „Mensch und Bewusstsein“ mit 163 Gedichten zum bewussten Sein ist als Kindl-Version bei Amazon erhältlich. Eine Druckversion kann direkt bei uns bestellt werden. Schreib einfach eine email an Tatjana@lilligreen.de und wir schicken gerne ein oder mehrere Bücher an die gewünschte Adresse.

Mr.Trump und die Totenmaske

Macht -Ein Aufschrei des Leidens

Im gewaltigen skrupellosen Trieb nach Macht und Herrschaft, nach Kontrolle und Ausgrenzung sitzt der Tod auf dem Thron. In der Weltgeschichte hat er verschiedene Namen. Doch sein ewiger Name ist „Angst“, die, wenn sie nicht als dringliches Signal zur Umkehr in den inneren Frieden anerkannt ist, zum tödlichen Hass mutiert. Angst erzeugt blitzschnell ein Feindbild und den Machttrieb zum Sieg, um nicht unterzugehen. In diesem Fall trägt derjenige die Toten-Maske der Angst, die ihm unverblümt und Gott sein Dank die Schöpfung immer wieder in Höchstform, z.B als „Trump“, vor Augen hält, damit er sich darin erkennen und die Entscheidung für den Frieden treffen kann. Wird die Umkehr ignoriert, ist der jeweilige Mensch durch die eiskalte Triebkraft der Angst rücksichtslos, hart, gewinnorientiert, egoistisch, Macht- und eifersüchtig, konkurrierend, korrupt. Wer achtsam selbst nach innen schaut, erkennt, dass er die Oberhand über Schutz und Sicherheit braucht, um die eigene Angst zu kontrollieren. Im Erschrecken vor der daran gekoppelten eigenen Kaltherzigkeit wird diese ganz schnell von sich wegprojizert. Doch die Angst bleibt. Sie ist die Hass-Bombe, zum Explodieren bereit. Ihr nicht wirklich kontrollierbarer Selbstzerstörungs-Mechanismus richtet sich hier und jetzt gegen den eigenen Körper. Wird der Angst-Verstand geklärt, das ist der Sturz des falschen, angst-besetzten Machthabers durch geistige Klarheit, was mich als den Lügner entlarvt. Die oberste Regierung, der harte Kopf als der Chef vom Waffenlager, stürzt ins eigene Herz. Das ist das Ende von Pathos und pathologischer Machtbesessenheit. Die Bombe ist in jedem selbst entschärft. Ohne die Umkehr ins Herz ist der Mensch am Geiste krank. Wo Hass ist, kann Liebe nicht wirksam werden. Viele von uns tragen dann lieber eine Schönheits-Maske obendrauf, weil sie doch nur allzu gern ihren tödlichen Hass verstecken wollen und/oder zeigen mit dem Finger auf andere. Und der Versuch charismatisch, liebevoll, freundlich, moralisch, besser wissend, hilfreich und schön zu sein, hilft das aus des Todes Schrecken heraus, aus der Angst vor dem Untergang? Jeder Pathos der gewinnsüchtigen, besitzergreifenden Obrigkeit „Ich“ ist nichts als ein Aufschrei des Leidens. Wer also ist Trump?

Pi=3,1415926….

Mysteriös und kurios
Der Pi-Tag zu 3/14

Dank dem Magier Google, der alles Wissen dieser Welt in mich hinein channelt, habe Ich einen neuen Stamm der Eingeborenen entdeckt. Sie leben in Amerika, heißen „Mathematiker“ und sie machen zu 3/14 (englische Datums-Schreibweise) jährlich wilde archaische Kreistänze. Dabei essen sie Kuchen (englisch „Pie“), doch müssen sie rund sein. An diesem seit 2009 in Amerika offiziellen Nationaltag verehren die Wissenschafts-Gläubigen die mysteriöse, irrationale Kreiszahl Pi. Gemäß ihrer unendlichen Ziffernfolge 3,14159265… beginnt dies exakt um 1.59 Uhr und 26 Sek.

Über Pi zerbrechen sich mindestens seit Archimedes alle großen Mathematiker den Kopf und nun wird das Unerklärliche, Unverständliche, das Irrationale im Kreistanz gewürdigt, bewundert. Der menschliche noch so geniale Kopf ist scheinbar nicht zu gebrauchen, um das Rätsel dieser Zahl zu lösen. Es bleibt nur noch die Flucht in die Anbetung. Dieser Zahl scheint etwas Mysteriöses inne zu wohnen. Während der Kreistänze wird die unergründliche, nie enden wollende Ziffernfolge wie ein heiliges Mantra herunter gebetet. Es gibt Meister, die eine Stunde und länger die Ziffern exakt auswendig vor sich her murmeln, weil diese in ihrem Gehirn eingebrannt sind.

Nun gibt es da einen noch größeren Meister. Der in unserem Zeitalter geborene Herr Computer zeigt uns das Ergebnis. Nachdem er tagein tagaus, wochen- und monatelang rechnet und weitere und weitere Ziffern findet, ohne dass er der mysteriösen Zahlenfolge irgend ein Geheimnis abgewinnen kann, läuft er heiß. Es funkt und blitzt und er gibt seinen Geist auf. Ein wirklich göttliches Zeichen! Der Kopf soll zerbrechen! Analog fallen die in anbetender Versenkung im Kreis tanzenden Logiker auch irgendwann in Trance oder einfach nur um, wo das Denken, wie bei den Derwish-Tänzen der Sufis dann aufhört. Endlich! Doch ob es nun wirklich funkt und sich das Unerklärliche ihnen offenbart? Diese Möglichkeit besteht!

Mit Hilfe des Anerkennung der Spiegelung, die das Erwachen des reinen Geistes im Menschen bewirkt, ist das Unmögliche möglich. Ein Kreis-Tanz oder kreisförmige Kuchen werden hier nicht einmal benötigt. Wenn ES sich durch Bewusstseins-Klarheit offenbart, ist das das Ende der mathematischen Trance. Wird nämlich das Denken und Rechnen willentlich aufgegeben, sich der existenziellen Spiegelung anvertraut, kann sich sowohl Pi als auch Psi als das Unbegreifliche offenbaren. Interessant ist: Kehren wir den griechischen Buchstaben Pi (ein Tempeltor) um, haben wir den Buchstaben Psi. Dass Du ES selbst bist, kann sich zeigen, wenn die Zahlen als Symbolik der ewigen (Ur)-Trennung „Ich“, die weitere unendliche gedankliche Trennungen enthält, erkannt wird. Das kann jeder auch ohne Derwisch-Tänze, Mantras und Verehrung. So ist der heilige Wille zur Umkehr nach innen der Gang durch das Tempeltor zur Wirklichkeit, die un-berechenbar und ohne Anfang und ohne Ende ist. Es offenbart sich die (körperliche) Leere, das vom Bewusstsein beseelte NICHTS, das sich durch die Verwirklichung der Dreieinigkeit (siehe „Enneagramm und Unsterblichkeit“) definiert. So spiegelt die 3 vor dem Komma das unsterbliche, heilige Einssein. Ist die Spiegelung vom Menschen abgespalten (das Komma), bewegt sich der Mensch in der Unendlichkeit des Spiegelkabinetts, im falschen Körpersein, das heisst im Kreislauf seiner Körperidentität durch unendliches Denken, denken, ….

Seit anno dazumal findet Anbetung des Unerklärlichen statt. Alle menschlichen Stämme haben dafür ihre heilige Zeit. Nun scheint der Tag 3/14, an dem auch Einstein geboren ist, wie für unsere Genies geschaffen, die mit Logik das Wesentliche nicht und niemals erklären können und die Suche doch nie aufgeben wollen. Dass man die eigenwillige Logik dieser Zahl einfach nicht verstehen kann, ist wirklich zum verrückt werden! Die Möglichkeit das Denken darüber aufzugeben und im (irrationalen) Bewusstsein zu erwachen ist für sie an diesem Tag vielleicht am größten. So ist wohl 3/14 der durchaus berechtigte heilige Feiertag der mathematischen Priesterschaft.

Nun. Es ist in der Tat ein heiliger Tag, wenn in uns das Denken (Ratio): das Berechnen, Ur-teilen, das Trennen, Differenzieren und die Sehnsucht nach Vereinigung (mathematisch: Integration) aufhört und das irrationale Selbstsein erwacht. Die Umkehr nach innen macht es möglich. Vielleicht offenbart sich hier dem einen oder anderen das irrationale, transzendente Pi als das Tempeltor zur Wirklichkeit, die „Psi“ ist. Hier ist das persönliche Ich transzendiert, EINS mit dem Unerklärlichen.

In Ewigkeit
Amen

Nachhaltigkeit

Die Erweiterung des Begriffes der Nachhaltigkeit auf das persönliche Bewusstsein

 Auf der grünen Welle?

Nachhaltigkeit kann ein Sinnbild für ökologischen Anbau, eine umweltgerechte Lebens- und Konsumweise, für eine Wirtschaft im Sinne der Generationsgerechtigkeit sein, für Entwicklungs-, Finanz- und Umweltpolitik, Architektur und Wissenschaft aber auch für den bewussten Umgang mit sich selbst, was von all dem unabhängig ist. Sich selbst bewusst zu sein und darin klar in Bezug auf die eigenen wahren Bedürfnisse ist das Schönste und Höchste zugleich. Hier findet eine klare Herauslösung aus dem normalen Konsum-Verhalten statt. Obwohl doch das Erwachen im Wahrheits-Bewusstsein der erste wesentliche Schritt in unserem Leben sein müsste, jagen wir stattdessen unbewusst (automatisch) der Befriedigung unserer in der Kindheit angenommenen Bedürfnisse nach, das heißt, der Erfüllung von Glaubenssätzen, die als solche nicht erkannt sind. Wir füllen unsere Taschen, mit was auch immer. Das Zeitalter der Jäger und Sammler ist nicht vorbei. Dass Bedürfnisse Glaubenssätze sind, uralte gedankliche Einprägungen, ist für den menschlichen Jäger nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar. Wir haben doch nichts anderes gelernt. Und doch gibt es eine innere Intelligenz, die den Wahnsinn des Verbrauchens erkennen kann. Nun ja, Verzicht kann natürlich nicht die Lösung sein, denn das ist anstrengend, Energie raubend und die Bemühung um Nachhaltigkeit im materiellen Sinne ist zwar löblich, jedoch längst nicht alles. Die wirkliche grüne Welle beginnt mit der Überprüfung der persönlichen Bedürftigkeit.

Die Umkehr vom Haben zum Sein

Die Umkehr vom Haben wollen zum Sein mit dem was (wirklich und wahr) ist, birgt eine Überraschung der besonderen Art. Weil Selbst-bewusst-sein Klarheit im Denken bewirkt, ist dies die Er-Lösung von Mir als gieriger Konsument. Klarheit, was die eigenen Bedürfnisse betrifft, wirkt sich nachhaltig auf die eigene Gesundheit aus. Es stoppt den unbewussten Raubbau am eigenen Körper und gleichermaßen den Raubbau der Erde. Der unbewusste Selbst-Zerstörungs-Prozess wird gestoppt. Das stabilisiert die Selbstheilungskraft. Ein durch falsches Denken und Verhalten gestörtes Körpersystem kommt durch bewusstes Sein in Balance. Daran ist eine heilige/heilsame „Erdverbundenheit“ gekoppelt. Hier erübrigt es sich zum Beispiel den persönlichen Alterungsprozess aufhalten zu wollen. Es ist der Einklang mit den Naturgesetzen ohne Gegenwehr. Hingabe an die Wirklichkeit, an die Schönheit des Seins, die immer perfekt ist. Es ist das, worauf zum Beispiel das chinesische WuWe hinweist: Absichtsloses Tun. Das ist Tun, ohne den Anspruch der Verbesserung. Was ist, ist gut im Sinne von heilig.

Menschliche Blindheit

Erschienen in „Sein“ Berlin im September 2015

Wenn die Tränen nicht fließen. Ein paar Worte zur menschlichen Blindheit

Die Aufgabe des Verstandes ist es frühkindlich erfahrene schöne und schmerzliche Ereignisse zu speichern. Natürlich haben wir mit den schönen Ereignissen kein Problem. Wir erinnern uns gern an sie. Es fühlt sich so gut an. Doch wenn uns schmerzliche Erfahrungen nicht loslassen, wenn sie unsere Lebensqualität beeinflussen, wenn sie verhindern, dass wir von innen heraus einfach glücklich sind, so dass das Lebenspotenzial frei fließen kann, haben wir hier und jetzt die Möglichkeit zu erkennen, dass dies vorbei ist. Was dieser wunderbaren Erkenntnis und damit dem Lebensfluss jedoch im Wege steht, ist die schmerzliche Interpretation, der Nachhall der Angstgedanken, die mit dem Ereignis konform gehen. Automatisch werden diese in aktuelle Situationen hineininterpretiert. Blind in Bezug auf das, was hier und jetzt wirklich ist, kreiren wir eine subjektive von blinder Angst durchdrungene Wirklichkeit. Diese menschliche Urangst ist nicht als kraftvolles Wecksignal, die Augen zu öffnen, klar zu sehen, erkannt. Sie äußert sich u.a. als Traurigkeit oder Wut und besitzt genau dadurch eine selbst-zerstörerische Wirkung in erster Linie auf den eigenen Körper. Verbissen kämpfen wir ums Überleben, beißen vielleicht tapfer die Zähne zusammen, so dass der Zahnarzt auch gut leben kann. Mein Abrasionsgebiss zeigte sich schon sehr früh. Doch die Zahntechniker können gute neue Zähne machen. Vielleicht verbieten wir uns die Traurigkeit: ich darf nicht weinen, muss stark sein. Wenn die Tränen jedoch nicht fließen, kann sich u.a. Druck im Auge aufbauen. Sehstörungen bis zur Erblindung kann die Folge sein. Gut für den Augenarzt. Durch die intelligente Haltung Traurigkeit hier und jetzt zuzulassen, den dazugehörigen Gedanken zu finden und ihn überprüfen, beginnt ein inneres Sehen, ein Erwachen in der Helligkeit des Seins. Kann sein, dass die Tränen, die nun fließen, Tränen der Liebe sind, die nun wahrgenommen wird. Es könnte sich die Augenfunktion normalisieren, doch das ist nicht das wesentliche. Klarsehen ist Klarsein und das ist Glücklichsein. Dazu braucht es nicht die körperlichen Augen.

Die Zeit heilt alle Wunden-Ist das wahr?

Veröffentlicht im „Sein“ Berlin im Juli 2016

Die Zeit heilt alle Wunden-Ist das wahr?
Das Wunder der Zeitlosigkeit

Was ist das-die Zeit, auf die manche von uns hoffen? Einstein hat herausgefunden, was wir eigentlich schon selbst wissen: Zeit ist keine verlässliche Größe. Sie bezieht sich auf einen Fixpunkt, der in Wirklichkeit keiner ist. Was hier und jetzt gemessen, gedacht, gehofft wird, ist abhängig von mir, dem Beobachter. Doch wer bin Ich? Eine gedanklich fixierte, vollkommen unzuverlässige Größe, die nicht in Kontakt mit der Wirklichkeit und demzufolge eine Illusion ist, was auch die Hirnforschung (u.a. Prof. Wolf Singer) eindeutig bewiesen hat: Der Proband reagiert auf das, was er denkt, was es ist und nicht auf das, was vorgegeben ist. Der Mensch ist (gedanklichen) Interpretationen unterworfen, auf die er keinen Einfluss hat. Gedanklich identifiziert glauben wir auch, dass es Hoffnung auf Heilung, Erlösung usw. geben kann. Das ist ein weiterer Gedanke. Dass es nichts gibt, was sich exakt voraussagen oder bestimmen lässt, nicht einmal die Zeit, ist u.a. auch die Ursache für menschliche Unpünktlichkeit, für nicht einhaltbare Treue- und andere Versprechungen, für die Unzuverlässigkeit von Heilungs-Konzepten und für die Unmöglichkeit der Physiker das kleinste Teilchen zu lokalisieren, um es exakt zu bestimmen. Durch die Umkehr nach innen ins Bewusstsein ändert sich alles. Es löst sich die Ich-Fixierung, das Ur-Teilchen. Die Zeit verlangsamt sich und der Körper bzw. die Körperidentität verschwindet, was auch die Relativitätstheorie aufzeigt. In dieser Stille und dem Gelöstsein BIN ICH immer noch hier. ICH erscheine zeitlos in allem, was die äußere Welt ausmacht. Eins. Hier ist die Trennung und damit die Zeit/Vergänglichkeit überwunden. Das ist, wo wir uns treffen. Nur in der Körperidentifikation erscheint alles voneinander getrennt und nur hier gibt es scheinbar eine körperliche Bewegung, wodurch Raum, Zeit und Leiden erscheint. Stirbt die Trennungsidentität „Ich“ durch die Umkehr ist jeglicher Schmerz wie durch ein Wunder überwunden. Welch eine unverhoffte Erlösung.