Marlo – Ein Ausbruch von Freiheit

4. JANUAR 2022

Mir ist was ganz Wunderbares passiert!

Plötzlich spüre ich mich. Ich spüre den Körper. Er ist weich,
angenehm, ohne Spannung.

Plötzlich fühle ich mich. Es ist ein Wohlgefühl. Es ist völlig
anders. Ich fühle alles. Ich fühle alles.

Es ist großartig. Es ist großartig ohne eigene Gedanken zu sein.
Einfach jetzt zu sein.

Da war so eine Last auf meinen Schultern. Sie ist einfach weg.

Es ist keine Anstrengung mehr, den Körper zu bewegen. Nur noch Freude.

Was ich zu tun habe, weiß ich. Nur wenn ich mich sträube und was
anderes machen will, erzeuge ich Schmerz. Es tut weh.

Ich laufe auf den Acker raus, muss lachen und weinen gleichzeitig.

Die Welt ist noch die gleiche und doch ist sie plötzlich ein Wunder.
Sie ist ein Wunder!

Ich sehe die Menschen, sie haben das wahre Selbst verloren. Und deshalb
ist die Welt, so wie sie ist.

Ich habe die Menschen gehasst. Es war Selbsthass.

Mein ganzes Leben läuft vor meinen Augen ab. Der ganze Hass und die
Angst, das musste so sein.

Ich habe das gebraucht. Ich musste in dieser Hölle sein, um das zu
erkennen. Ich hatte keine Wahl.

Plötzlich verstehe ich den Satz: „Leute werden nichts besitzen und
doch glücklich sein“. Bis jetzt klang das für mich immer wie eine
Drohung. Als ob mir jemand was wegnehmen will. Die Vorstellung, ohne
etwas dazustehen, hat mich vor Angst fast irre gemacht. Und nun: Ich
kann nichts verlieren, nur mich. Doch ich bin immer hier. Ich bin frei.

„Der Vogel der Glückseligkeit hat ihn davon getragen“. Mich.

Ich schau in den Spiegel und zwei Augen strahlen mich an. Früher habe
ich diese Augen mal bei jemandem gesehen und war neidisch und jetzt sind
es meine.

Ich musste erst einmal sterben, bevor ich leben konnte.

Es gibt keine Idioten und keine Bösen. Sie haben sich nur verlaufen.

Ereignisse kann man nicht verhindern. Sie sind nicht schlimm. Nur die
Bewertung ist schmerzlich.

Gott ist hier drinnen. Die Religion/Glaube verfälscht es. Erst der
Abstand bringt mich aus dem Jetzt.

Ich war immer so zurückgezogen. Nun freue ich mich Menschen zu
treffen. Ich freue mich sogar auf meine Chefin nach meinem Urlaub. Und
wenn ich mich erinnere, was sie zu mir sagt, was mich immer so wütend
gemacht hat: „Ist das immer noch nicht fertig?“, fühle ich jetzt
schon Freude, wenn sie das wieder sagen würde. Es ist ein wunderbares
Gefühl, sich nicht zu verteidigen/ rechtfertigen. Rechtfertigen muss
ich mich nur vor mir selbst (inneres Gericht). Und nur hier habe ich die
Wahl, entweder mir weh zu tun oder mir zu verzeihen und damit auch ihr.

In dieser Freude sehe ich den ganzen Müll, der um mich herum in meinem
Zimmer liegt. Es ist der Müll meines Lebens, der zu meinen Füßen
liegt. Und es macht nichts. Und ich lache. Es ist nur Freude. Ich weiß,
wann ich aufzuräumen habe.

Weil ich mich so wohl fühle, mich freue und es so leicht ist, sich zu
bewegen, mache ich jetzt eine Nachtwanderung. Früher bin ich nur
spazieren gegangen, um Stress abzubauen.

Der Gedanke ich muss erst mein Zimmer aufräumen, würde mich genau in
diesen Stress bringen.

Wenn ich weiß, es muss getan werden, kann ich in Frieden aufräumen.
Hier ist die richtige Wahl getroffen. Ich ruhe in Frieden.

6. JANUAR 2022

Ich bin nicht müde.

Habe keinen Hunger mehr.

Die Zigarette schmeckt nicht mehr.

Es spielt keine Rolle, wenn ich krank bin oder sterbe. Niemand wird
zurückgelassen.

Jeder ist mein Lehrer, der mich an meinen Schmerz erinnert.

Ich dachte: Ich habe einen Körper. Doch das „Ich“ ist
Bewusstsein. Ich bin Bewusstsein. Bewusstsein kann erst durch diesen
Körper in der Welt sein.

Zeit spielt keine Rolle.

Gedanken erscheinen im Bewusstsein. Weil das erkannt ist, tun sie mir
nichts mehr.

Ich bin das, was schon immer da war. Ich bin das, was ich gesucht habe.